Zum Inhalt springen
Pfarrkirche St. Michael

Pfarrkirche St. Michael | Dormagen-Mitte

Die Anfänge dieser Pfarrgemeinde liegen im Dunkeln. Die Kirche von Dormagen wird zum ersten Male im Jahre 1274 urkundlich erwähnt. Das Patronatsrecht, mit dem beispielsweise die Ernennung der Pfarrer verbunden war, übte das Andreasstift zu Köln aus, vom 16. Jahrhundert an teilte es dieses Recht bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts mit dem Herzog von Jülich-Kleve-Burg. Unsere heutige Kirche steht – das haben die Ausgrabungen der letzten Jahre bewiesen – auf geschichtlichem Boden. In der Nähe des romanischen Kirchenturms, des ältesten Dormagener Baudenkmals, wurden von Prof. Binding im Jahre 1970 ein mit reichen Beigaben ausgestattetes Römergrab und einige fränkische Gräber gefunden. Weiterhin konnte er dort Bruchstücke des Fundaments einer alten christlichen Saalkirche freilegen.

Professor Binding hält es für wahrscheinlich, dass an der gleichen Stelle vorher schon ein hölzernes Gotteshaus gestanden hat. Sicher ist, dass die drei unteren Stockwerke des Turmes aus dem Ende des 12. Jahrhunderts stammen. Die dazugehörige Kirche ist nach Aussagen von Pfarrer Sanner im 30-jährigen Krieg abgebrannt und wurde durch die Kirche ersetzt, die bis 1887 der Gemeinde von Dormagen als Gotteshaus diente. 1887 ist diese alte Kirche leider abgebrochen worden, sie muss schon recht lange baufällig gewesen sein, wie aus der Rheinischen Dorfchronik des Joan Peter Delhoven deutlich hervorgeht. So berichtet er beispielsweise im Februar 1791, dass das Gewölbe über dem Chor geborsten sei. Schon im März 1804 wurde in Dormagen eine Haussammlung für den Bau einer neuen Kirche durchgeführt.

40 Jahre später fühlte sich Dormagen finanzkräftig genug, eine neue Kirche bauen zu können. Der Krefelder Stadtbaumeister Freyse entwarf dazu die Pläne. Aber ein großes Hochwasser mit seinen schweren Schäden schwächte die finanzielle Lage der Gemeinde so sehr, dass man von diesem Plan vorläufig absehen musste. Freyses Entwurf ist leider verschollen. Im Totenzettel des Pfarrers Johann Friedrich Sanner, Seelsorger unserer Gemeinde von 1845 bis 1886, stehen die Worte: “Leider war es ihm nicht vergönnt, die Hoffnung zu verwirklichen, durch den Neubau der Kirche einem längst schmerzlich empfundenen Bedürfnis abzuhelfen und sich ein bleibendes gesegnetes Andenken zu sichern.”

Nur zwei Jahre nach seinem Tode gelang dies seinem Nachfolger Tilmann Josef Hubert Heimbach, dessen Initiative auch der Neubau der Vikarie und des Krankenhauses Dormagen zu danken ist. Dieses vor 112 Jahren (1888) nach den Plänen des Dombaumeisters Statz errichtete Gotteshaus, das sicherlich vielen älteren Dormagener Bürgern ans Herz gewachsen war und von dem sie sich nur ungern trennten, war in seinen Maßen so berechnet, dass es für den Gottesdienst einer stark wachsenden Gemeinde für lange Zeit genügte, zumal die Gläubigen im Ortsteil Horrem im Jahre 1938 durch die Errichtung eines selbständigen Rektorats von der Mutterpfarre abgetrennt wurden. Dieser Vorgang wiederholte sich noch einmal im Jahre 1960, als im Norden unserer Gemeinde größere neue Wohngebiete in der Pfarre “St. Maria vom Frieden” einen neuen religiösen Mittelpunkt erhielten und deren Kirche im Dezember 1963 konsekriert wurde.

Die Michaelskirche blieb bis zum Einmarsch der Amerikaner im März 1945 von Kriegsschäden verschont, erhielt aber dann noch verschiedene Granattreffer, die vor allem den Turm und den Dachstuhl beschädigten und die im Turm errichtete Kriegergedächtniskapelle zerstörten. Auch das aus dem Jahre 1785 stammende Missionskreuz wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Es zeugt für die Einsatzbereitschaft der Gläubigen, dass schon bald nach Kriegsende mit der Beseitigung der Zerstörungen begonnen und obendrein noch eine Figur des Hl. Michael aufgestellt wurde.

1953 erfolgte dann noch eine gründliche Renovierung des Kircheninneren; dabei mussten allein 300 qm Putz abgeschlagen und nach Isolierung der Wände erneuert werden. Auf den Rat des Diözesanbaumeisters Schlombs wurde der Turm erneut mit Tuffstein verkleidet und das Hauptportal umgestaltet. Bereits 1968 hatte Pfarrer Peter Heidkamp den Architekten Hans Schilling gebeten, die Kirche für die durch das II. Vatikanische Konzil erneuerte Liturgie umzugestalten. Eine Altarinsel in der Vierung der neugotischen Kirche war geplant. Am 24. August 1968 fand eine Begehung zwischen Gewölbe und Dach statt, bei der sehr viele Mängel festgestellt wurden. Wegen der nicht verantwortbaren Kosten der Sanierung wurde ein Neubau beschlossen. Pfarrer Peter Heidkamp war es ein Anliegen, den unter Denkmalschutz stehenden Turm und nutzbare Bausubstanz der neugotischen Kirche mit in den Neubau einzubeziehen. Ein weiteres Anliegen – sein Hauptanliegen – war es, in Zusammenarbeit mit dem Architekten einen Raum zu schaffen, in dem tätige, lebendige Teilnahme der Gemeinde am Gottesdienst möglich sein sollte.

Im September war es soweit, der erste Gottesdienst konnte in der Kirche gehalten werden. Am 22.9.1974 wurde sie von Weihbischof Dr. Hubert Luthe feierlich geweiht.

(nach Dr. Karl Kirchfeld)

Gottesdienstzeiten in der
Pfarrkirche St. Michael

Freitag 18.15 Uhr
Beichtgelegenheit

Freitag 18.45 Uhr
Heilige Messe

Sonntag 11.00 Uhr
Heilige Messe

Pfarrkirche St. Michael

Kölner Straße 34
(Zufahrt über Frankenstr.)
41539 Dormagen

Nächster Halt: Gottesdienst!

Nächster Halt: Gottesdienst! St. Michael

Nach St. Michael mit WE2 & 3

Ihr Kontakt zu uns

Pastoralbüro St. Michael

Kölner Straße 38
41539 Dormagen
Telefon:02133 42190

Telefonische Erreichbarkeit:
(Zur Zeit sind die Büros für den Publikumsverkehr geschlossen)
Montag, Donnerstag, Freitag: 09.30 – 11.30 Uhr
Mittwoch: 15.00 – 17.00 Uhr

Telefonische Erreichbarkeit in den Ferien:
Montag, Freitag: 09.30 – 11.30 Uhr
Mittwoch: 15.00 – 17.00 Uhr