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03.05.2025

Hackhauser Kapelle

Am Ortseingang von Hackhausen, direkt an der Grenze zu Köln, steht eine kleine Kapelle. In der denkmalgeschützten Kapelle steht eine Pieta der Mutter Gottes, die den gekreuzigten Leichnam Christi in den Armen hält. Außerdem dient die Kapelle heute als Gedenkstätte für die in den beiden Weltkriegen gefallenen Bewohnern des Ortes.

Im Ort erzählt man sich, dass die Dorfbewohner während der Pestzeiten im Mittelalter zur Mutter Gottes nach Bergheim pilgerten, um ihre Hilfe zu erbitten. Bei ihrer Rückkehr wurden sie am Ortseingang empfangen und wenn sie dann hörten, dass erneut Menschen gestorben waren, drehten einige auf der Stelle um und pilgerten erneut zur Mutter Gottes. Mit dem Ende der Pest endete auch der vermeintlich endlose Pilgerzug. Doch bis ist die 1970er Jahre fanden traditionell Pilgerreisen zur Mutter Gottes nach Bergheim statt.

Dort wo die Rückkehrer seit dem Mittelalter empfangen wurden, ließ ein Hackhauser Ehepaar 1859 von preußischen Pionieren ein Heiligenhäuschen errichten. Dieses kleine Häuschen aus Fachwerk und Lehm wurde 1866 durch die heutige Kapelle ersetzt. In diesem Jahr wurde der Bau der heutigen neuromanischen Kirche St. Katharina in Hackenbroich abgeschlossen. Aus dem übrig gebliebenen Baumaterial wurde die Hackhauser Kapelle errichtet. Vergleicht man beide Bauwerke, fällt auf, dass die gleichen Ziegel verwendet wurden.

Seit Menschengedenken, so heißt es in einem Pfarrbrief von 1980, stand auf dem kleinen Altar der Kapelle eine hölzerne Pieta, die Maria darstellt, wie sie den gekreuzigten Leichnam Christi in den Armen hält. Als die Kapelle 1980 renoviert werden sollte, stellte sich heraus, dass diese Pieta aus dem frühen 16. Jahrhundert stammte. Sie wurde umfassend restauriert und anschließend in die Kirche St. Katharina gebracht. Denn die Kapelle war zu früheren Zeiten nie abgeschlossen und obwohl nie etwas passiert sei, entschied man sich in der Kapelle eine weniger wertvolle Pieta aufzustellen.

In den Jahren 1980/81 wurde die Kapelle umfangreich renoviert. Viele Arbeiten wurden von der Dorfgemeinschaft durchgeführt. Bis heute pflegen die Hackhauser die Kapelle und ihr direktes Umfeld selbst. Am 1. Mai 1982 wurde die renovierte Kapelle im Rahmen der 900-Jahrfeier des Ortes feierlich eingeweiht. Die Einweihung und Segnung übernahm Pfarrer Ferdi Balfer.

Vermutlich seit ihrer Erbauung standen zwei Lindenbäume vor der Kapelle, die ihre Ansicht jahrzehntelang prägten. Nach über 160 Jahren mussten beide Bäume im Februar 2025 aufgrund von Pilzbefall, Brandschäden und Hohlkehlen gefällt werden. Die Neugestaltung des Vorplatzes der Kapelle nahmen die Hackhauser wieder selbst in die Hand. Mit Unterstützung der Pfarrgemeinde konnte der Platz vor der Kapelle neugestaltet und im Juli 2026 fertiggestellt werden.

Bilder der Hackhauser Kapelle

11 Bilder

Hackhauser Kapelle

Hackhauser Straße 2
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